Thema:  Meteoriten

Suche nach Mikrometeoriten im urbanen Gebiet

Mehrere Tonnen extraterrestrisches Material täglich
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Beispiele separierter Kügelchen vom Dach des NHM Wien aus der Suche nach Mikrometeoriten. Die lichtmikroskopischen Aufnahmen (obere Reihe) zeigen verschiedene Typen irdischer Kügelchen, wie z.B. Foraminiferen, gerundete Mineralkörnchen, anthropogene Gläser und magnetische, z.T. metallisch glänzende Kügelchen ebenfalls aus irdischen, katalytischen Prozessen. Die unteren Bilder zeigen sogenannte sekundärelektronenmikroskopische Aufnahmen von metallischen bzw. glasigen Kügelchen, welche sich jedoch chemisch von extraterrestrischen Mikrometeoriten unterscheiden.; Foto: NHM Wien
Beispiele separierter Kügelchen vom Dach des NHM Wien aus der Suche nach Mikrometeoriten. Die lichtmikroskopischen Aufnahmen (obere Reihe) zeigen verschiedene Typen irdischer Kügelchen, wie z.B. Foraminiferen, gerundete Mineralkörnchen, anthropogene Gläser und magnetische, z.T. metallisch glänzende Kügelchen ebenfalls aus irdischen, katalytischen Prozessen. Die unteren Bilder zeigen sogenannte sekundärelektronenmikroskopische Aufnahmen von metallischen bzw. glasigen Kügelchen, welche sich jedoch chemisch von extraterrestrischen Mikrometeoriten unterscheiden.; Foto: NHM Wien

Es treffen täglich und gleichmäßig über die Erdoberfläche verteilt mehrere Tonnen extraterrestrisches Material und davon der größte Teil als Mikrometeorite auf die Erde. Ursprünglich stammt ein Großteil der Mikrometeorite aus dem Asteroidengürtel, welcher sich zwischen den Umlaufbahnen der Planeten Mars und Jupiter befindet. Damit zählen sie zu den ältesten Objekten aus unserem Sonnensystem. Von diesen extraterrestrischen Kleinstobjekten und einer theoretischen Fallstatistik von einem Mikrometeoriten pro Quadratmeter und Jahr sollte auch inmitten urbaner Gebiete und somit auch auf den großen Dachflächen des NHM Wien etwas zu finden sein. Die erste Suchkampagne 2017 nach diesen ca. 4,5 Milliarden Jahren alten, meist glasigen Kügelchen von typischerweise kleiner 0,05 mm Größe, brachte einige Kilogramm Material – allerdings bisher lediglich irdischen Ursprungs. In Materialfallen, so zum Beispiel in Dachrinnen und Abläufen, wurde dieses Material gesammelt, organisches Material abgetrennt und mittels eines so genannten Siebturms, der aus Sieben verschiedener Maschenweiten besteht, die relevante Korngröße abgetrennt. Durch anschließende magnetische und optische Probenseparation unter einem Mikroskop konnten potentielle Mikrometeorite selektiert werden. Unter den bisherigen Kleinstobjekten befanden sich vor allem magnetische Kügelchen zumeist aus katalytischen Prozessen, gerundete Mineralkörnchen, Mikrofossilien, Pflanzensamen und Pollen, Relikte von Feuerwerkskörpern, und andere gerundete anthropogene Abfallprodukte.

Fundort

Naturhistorisches Museum > Wien > Österreich

Kurator

Ludovic Ferrière

Mineralogie-Petrographie

Verfasser

Julia Walter-Roszjár

Abteilung / Sammlung

Mineralogie-Petrographie > Meteoriten

Website Abteilung

NHM - Mineralogie-Petrographie

Website Sammlung

NHM - Sammlung Meteoriten

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Zusatzinformation

Weltweit treffen täglich mehrere hundert Tonnen extraterrestrischen Materials auf die Erde. Viele dieser Objekte verglühen allerdings bereits in der Erdatmosphäre und nur einige wenige sind groß genug um als Meteoroide, begleitet von Leucht- und Geräuscherscheinungen, beobachtet zu werden. Von diesen typischerweise 0,01 mm bis 1 m großen, natürlichen Objekten landet ebenfalls nur ein kleiner Bruchteil auf der Erde und kann als Meteorit gefunden werden. In einer Größenordnung zwischen 0,01 mm und 2 mm werden diese extraterrestrischen Objekte als Mikrometeorite bezeichnet. Auf Grund der hohen Reibung bei dem Durchtritt der Erdatmosphäre treten Mikrometeorite zumeist als komplett aufgeschmolzene und daher glasige Kügelchen auf. Nur wenige sind noch in ihrer ursprünglichen sogenannten chondritischen Textur erhalten. Darüber hinaus sind Mikrometeorite auf Grund ihrer ursprünglichen chemischen Zusammensetzung ebenfalls oft dunkel gefärbt und leicht magnetisch. Um anthropogene Verschmutzung zu vermeiden, werden Mikrometeorite in aktuellen Forschungsprojekten vor allem im antarktischen Eis gesammelt.

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