Thema:  Mollusca – Weichtiere

Liebespfeile

Der Stachel im Fuß
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Liebespfeil einer Baumschnecke Arianta arbustorum NHMW-MO111969, Länge ca. 5 mm; Foto: NHM Wien, S. Schnedl
Liebespfeil einer Baumschnecke Arianta arbustorum NHMW-MO111969, Länge ca. 5 mm; Foto: NHM Wien, S. Schnedl
Liebespfeil einer Weinbergschnecke Helix pomatia NHMW-MO75000E32000, Länge ca. 10 mm; Foto: NHM Wien, S. Schnedl
Liebespfeil einer Weinbergschnecke Helix pomatia NHMW-MO75000E32000, Länge ca. 10 mm; Foto: NHM Wien, S. Schnedl

Landlungenschnecken haben einen komplexen Genitalapparat und als Zwitter bei der Paarung die Besonderheit sich wechselweise zu befruchten. Oft haben sie auch ein ausgeklügeltes Liebesspiel, in dessen Verlauf bei vielen Arten ein interessantes "Hilfsmittel“ zum Einsatz kommt: Kalkige "Liebespfeile“ werden in der Familie der Schnirkelschnecken (Helicidae) verwendet – in anderen Schneckenfamilien kommen auch chitinöse- oder knorpelige Pfeile zum Einsatz. Diese, je nach Art, zwischen 1 und 30 mm langen Stachel werden vor der eigentlichen Kopulation benutzt. Lange Zeit wurde dieses Phänomen als Stimulation während der Paarung angesehen, von manchen Beobachtern auch als extra "Kalkgeschenk“ an den Kopulationspartner gedeutet. In neueren Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass durch den Liebespfeil ein hormonartiges Sekret übertragen wird, das die Aufnahme der Spermien beim Paarungspartner positiv beeinflusst.

Fundort

Zwettl a.d. Rodl > Oberösterreich > Österreich Adlitzgraben > Niederösterreich > Österreich

± 160 km vom NHM entfernt

± 70 km vom NHM entfernt

Kurator

Anita Eschner

3. Zoologie (Wirbellose ohne Insekten)

Abteilung / Sammlung

3. Zoologie (Wirbellose ohne Insekten) > Mollusca

Sammlungseingang: 2015

Inventarnummer

MO111969, MO75000E32000

Website Abteilung

NHM - 3. Zoologie (Wirbellose ohne Insekten)

Website Sammlung

NHM - Sammlung Mollusca

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Zusatzinformation

Liebespfeile werden im sogenannten Pfeilsack des Genitalapparates gebildet. Je nach Art gibt es einen oder mehrere Pfeilsäcke, die einen einzelnen Liebespfeil bilden. Nach Abschuss eines Pfeiles, steht erst nach einiger Zeit wieder ein neugebildeter Ersatzpfeil zur Verfügung.

Form, Querschnitt und Größe der Liebespfeile sind ganz charakteristisch und können somit zur Unterscheidung einzelnen Arten gut verwendet werden. Typisch für alle Pfeile – egal ob dolchartig, nadelförmig oder säbelartig, gerade, gekrümmt oder gewunden– sind die Pfeilspitze und ein hinteres, stumpfes Ende. Liebespfeile werden wie eine Lanze bevorzugt in den Fuß des Partners gestoßen, trotzdem kann er auch sein Ziel verfehlen und bleibt dann als "Fehlschuss“ funktionslos. Mitunter kommt es auch zu einer Fehlplatzierung des Pfeiles im Kopf- oder Fühlerbereich was zu Problemen beim Zurückziehen in die Schale oder Einstülpen der Fühler führen kann.

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