Thema:  Mineralien aus Österreich

Erzbergit

Wechsellagerung von Aragonit und Calcit, benannt nach der Typlokalität Steirischer Erzberg
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Erzbergit (G1692): Foto: A. Schumacher, NHM Wien
Erzbergit (G1692): Foto: A. Schumacher, NHM Wien
Erzbergit, als feinschichtige Kluft- und Störungsfüllungen am steirischen Erzberg.; Foto: Mag. Dr. R. Boch, TU Graz
Erzbergit, als feinschichtige Kluft- und Störungsfüllungen am steirischen Erzberg.; Foto: Mag. Dr. R. Boch, TU Graz

Die Sinterbildung zeigt eine stark gewundene Wechsellagerung aus Aragonit und Calcit. Erzbergit besteht hauptsächlich aus weißem, hier und da auch dunkel gefärbtem, sehr feinfaserigem Aragonit, in den bräunliche und farblose Calcit-Lagen eingeschaltet sind. Die Braunfärbung entsteht durch verwitterte Eisenmineralien. Sowohl die Aragonit- wie auch die Calcit-Lagen zeigen teilweise unterschiedliche Mächtigkeit, von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern. Auch gibt es unterschiedliche Dicken innerhalb der Lagen. Der häufige Wechsel von Aragonit und Calcit lässt auf ständig wechselnde Entstehungsbedingungen schließen, wobei sich Temperatur und Druck, sowie die Karbonat-Konzentration und Lösungsgenossen geändert haben dürften. Erzbergit wurde nach der Typlokalität Steirischer Erzberg benannt.

Datierung

1892

Fundort

Steirischer Erzberg > Eisenerz > Steiermark > Österreich

± 130 km vom NHM entfernt

Größe

21.5 x 13 cm

Kurator

Vera M. F. Hammer

Mineralogie-Petrographie

Abteilung / Sammlung

Mineralogie-Petrographie > Mineralien

Sammlungseingang: Die 21.5 x 13 cm große, polierte Platte kam im Jahr 1892 als Geschenk des Bergingenieurs Hubert Moser zusammen mit anderen Mineralien vom Erzberg in die Sammlung.

Inventarnummer

G1692

Saal / Vitrine

II / 156

Website Abteilung

NHM - Mineralogie-Petrographie

Website Sammlung

NHM - Sammlung Mineralien

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Zusatzinformation

Wissenschaftler der TU Graz (Institut für Angewandte Geowissenschaften) nehmen derzeit die geologischen Vorgänge am Steirischen Erzberg mit neuesten Methoden unter die Lupe. Dabei soll gerade Erzbergit als feinschichtige Kluft- und Störungsfüllung Aufschlüsse über die jüngste geologische Vergangenheit geben. Erzbergit bildet sich vornehmlich in vertikalen Brüchen, die durch tektonische Bewegungen und Erdbeben der immer noch andauernden Alpenhebung entstanden sind. Altersdatierungen haben in mehreren Fällen gezeigt, dass die Ausheilung der 10 - 25 cm breiten Brüche mit Erzbergit erst innerhalb der letzten Jahrtausende, also in geologisch jüngster Zeit erfolgt ist.

Zitate

SCHMIDEGG, O. (1928): Über geregelte Wachstumsgefüge.- Jb.GBA.
HATLE, E. (1892): 5. Beitrag zur mineralogischen Topographie von Steiermark.-Mitt. naturw. Ver. Steiermark.

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