Thema:  Mineralien aus Österreich

Gediegen Gold

Au, kubisches Kristallsystem, Kärnten
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Gediegen Gold (Ai816): Foto: A. Schumacher, NHM Wien
Gediegen Gold (Ai816): Foto: A. Schumacher, NHM Wien
Inventarkärtchen ged. Gold, Ai816
Inventarkärtchen ged. Gold, Ai816

Auf der großen Matrixstufe ist Gold mit Pyrit, Chalkopyrit, Malachit und Quarz auf Prasinit vergesellschaftet. Sie misst 17 x 15 x 15 cm und ist 4,3 kg schwer. Auf dem historischen Etikett ist als Fundort die Herrschaft Großkirchheim angegeben, das gleichnamige Schloss war Amtssitz des Bergrichters. Das Objekt stammt aber aufgrund des typischen Nebengesteins und der Begleitmineralien sicher vom Waschgang. Der durchschnittliche Edelmetallgehalt betrug 50 bis 1.500 Gramm Gold pro Tonne Gestein. Als besondere Rarität galten reich besetzte Goldstufen. Eine derartige Stufe soll angeblich 94-95 Dukaten (ca. 325 Gramm) Gold aufgewiesen haben und in Mineralienkabinett des Kaisers nach Wien gelangt sein.

Leider ist in den heutigen Beständen der Sammlung ein solches Objekt nicht mehr vorhanden.

Datierung

vor 1806

Fundort

Waschgang > Kleines Zirknitztal > Kärnten > Österreich

± 290 km vom NHM entfernt

Größe

17 x 15 x 15 cm

Kurator

Vera M. F. Hammer

Mineralogie-Petrographie

Abteilung / Sammlung

Mineralogie-Petrographie > Mineralien

Sammlungseingang: Dieser historische Fund ist zumindest seit 1806 in der Sammlung und im ersten Inventar, dem sogenannten Stütz-Katalog verzeichnet.

Inventarnummer

Ai816

Saal / Vitrine

III / 142

Website Abteilung

NHM - Mineralogie-Petrographie

Website Sammlung

NHM - Sammlung Mineralien

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Zusatzinformation

Die Goldlagerstätte Waschgang war einst eines der berühmtesten und reichhaltigsten Bergbauten des oberen Mölltales, dessen Anfänge bis in die Römerzeit zurückreichen. Das Vorkommen liegt in der unmittelbar südlichen Fortsetzung der Zirknitzer Goldgänge am Südrand der Goldberggruppe. Nach Überlieferungen kamen große Massen von Freigold in Körnern bis Haselnussgröße und Blättchen von 1 - 2 cm Durchmesser vor. Die Lagerstätte ist an Prasinite der Oberen Schieferhülle gebunden und zählt zum Typus der Alpinen Kieslager. Das Goldvorkommen war durch drei Stollen aufgeschlossen, die heute verstürzt sind. Das Erzlager gilt heute als erschöpft. Auf den Halden finden sich manchmal noch Reste der sogenannten schichtigen Imprägnationserze mit Feinlagen von Pyrit, Chalkopyrit, Magnetit, Sphalerit und Bornit, aber auch Reste der z.T. bis 2 Meter mächtigen Derberze, in denen einerseits das Gold, aber auch sehr seltene Erzmineralien zu finden sind. Das Gold ist meist in Calcit bzw. auch in Quarz ein-, mitunter auch auf Chalkopyrit-Harnischflächen aufgewachsen. Für die Genese dürften Remobilisation und Rekonzentration des Stoffbestandes der Imprägnationserze während der alpidischen Metamorphose verantwortlich sein.

Zitate

GÜNTHER, W.; PAAR, W.; GRUBER, F.; HÖCK, V. (2000): Schatzkammer Hohe Tauern, 2000 Jahre Goldbergbau. - Verlag Anton Pustet, Salzburg- München
PAAR, W. & T. CHEN (1981): Zur Erzmineralogie der Goldlagerstätte Waschgang, Oberkärnten, Österreich. - Der Karinthin, Folge 84: 263-265, Klagenfurt

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