Thema:  Neuropterida, Orthopteroidea und angeschlossene Sammlungen

Trockenpräparate

Präparation von Insekten
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Nineta flava (SCOPOLI, 1763), auf dem Spannbrett zum Trocknen fixiert; Foto: H. Bruckner, NHM Wien
Nineta flava (SCOPOLI, 1763), auf dem Spannbrett zum Trocknen fixiert; Foto: H. Bruckner, NHM Wien
Nineta flava (SCOPOLI, 1763), nach Abnahme des transparenten Papier und der Nadeln; Foto: H. Bruckner, NHM Wien
Nineta flava (SCOPOLI, 1763), nach Abnahme des transparenten Papier und der Nadeln; Foto: H. Bruckner, NHM Wien
Paratypus von Pseudomallada rubicundus (HÖLZEL, 1993), Chrysopidae aus Südafrika, Trockpräparat auf Minutiennadel; Foto: H. Bruckner, NHM Wien
Paratypus von Pseudomallada rubicundus (HÖLZEL, 1993), Chrysopidae aus Südafrika, Trockpräparat auf Minutiennadel; Foto: H. Bruckner, NHM Wien
Ectobius (Ectobiola) duskei ADELUNG, 1906, historisches Trockenpräparat einer weiblichen Waldschabe mit Oothek auf Karton, beschriftet mit den Funddaten; Foto: H. Bruckner, NHM Wien
Ectobius (Ectobiola) duskei ADELUNG, 1906, historisches Trockenpräparat einer weiblichen Waldschabe mit Oothek auf Karton, beschriftet mit den Funddaten; Foto: H. Bruckner, NHM Wien
Dauerpräparat, Megabothris turbidus, männlich und weiblich, aus der Sammlung Dudich, gesammelt in Beglika, Bulgarien; Foto: H. Bruckner, NHM Wien
Dauerpräparat, Megabothris turbidus,  männlich und weiblich, aus der Sammlung Dudich, gesammelt in Beglika, Bulgarien; Foto: H. Bruckner, NHM Wien

Um Insekten langfristig für die Wissenschaft zu erhalten müssen diese konserviert werden. Präparationsmethoden gibt es viele. Bei Insekten kann man grob drei Methoden unterscheiden. Die Aufbewahrung in Alkohol (Ethanol), das luftdichte Einbetten von Insekten geringer Größe wie z.B. Flöhe oder deren Körperteile (z.B. Genitale) auf Objektträgern (Dauerpräparat) und das Fixieren ("Spannen“) und Trocknen zum sogenannten Trockenpräparat.

Insbesondere wenn die Flügel wesentliche Bestimmungsmerkmale enthalten, werden Insekten auf dem Spannbrett getrocknet. Ist dies bei einem frischen Exemplar noch relativ einfach, müssen trocken gefallene Insekten zunächst wieder beweglich, d.h. präparierbar gemacht werden. Geeignetes Material wie Filter- oder Küchenpapier wird mit Wasser befeuchtet und mit dem "aufzuweichenden“ Tier in ein verschließbares Gefäß (z.B. Petrischale oder Plastikbehälter) gebracht. Je nach Größe und Art des Insektes dauert dieser Vorgang zwischen wenigen Stunden bis zu einigen Tagen. Um zu verhindern, dass sich Schimmel ansetzt, werden einige Tropfen Essigäther hinzufügt.

Das Insekt wird dann am Thorax mit einer speziellen Insektennadel genadelt und so auf das Spannbrett gesteckt, dass der Körper in den mittigen Spalt des Brettes passt. Dann werden zunächst die Vorderflügel mit der Präpariernadel so positioniert, dass die Unterkante jeweils einen etwa 90° Winkel zum Körper bildet. Stimmt die Position, werden diese mittels transparentem Papier und Nadeln am Spannbrett befestigt. Dann folgen die Hinterflügel und Antennen. Fallweise muss auch das Abdomen mit Watte oder Ähnlichem unterlegt werden, damit dieses mit dem restlichen Körper eine gerade Linie bildet.

Insekten, deren Flügel für die Bestimmung der Art unwesentlich sind, werden ebenso getrocknet, allerdings nicht auf dem Spannbrett ausgebreitet sondern auf einer Steckplatte zum Trocknen gebracht. Hierzu wird das Tier nach dem Nadeln auf diese gesteckt und der Körper, die Beine, die Antennen, usw., mit Insekten- oder Stecknadeln fixiert. Die Trocknung dauert bei kleineren Insekten wenige Tage, größere Insekten wie z.B. Käfer sollten zumindest eine Woche auf der Präparierplatte verbleiben.

Tiere, die aufgrund ihrer geringen Größe mit Insektennadeln nicht zu nadeln sind, werden je nach Art mit Minutiennadeln genadelt oder mittels wasserlöslichem Klebstoff (z.B. Fischleim) auf Kartonplättchen geklebt. Die Minutien mit dem genadelten Insekt werden widerum auf ein geschäumtes Kunststoffplättchen und dieses, gleich den Kartonplättchen, auf eine Insektennadel gesteckt. Das Präparat findet dann – direkt auf der Insektennadel, auf Minutie oder Plättchen mittels Insektennadel – ihren Platz in den Insektenladen der Sammlung, wo sie heute in feine Steckplatten aus geschäumten Kunststoff gesteckt werden.

Fundort

Naturhistorisches Museum > Wien > Österreich

Kurator

Susanne Randolf

2. Zoologie (Insekten)

Abteilung / Sammlung

2. Zoologie (Insekten) > NOaS

Website Abteilung

NHM - 2. Zoologie (Insekten)

Website Sammlung

NHM - Sammlung NOaS

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Zusatzinformation

Das präparierte Insekt wird mit Etiketten versehen, die auf die Nadel gesteckt werden. Hier sind alle relevanten Informationen wie Fundort und Funddatum, der Name des Sammlers, Koordinaten, Höhenmeter, usw., enthalten. Trockenmaterial kann praktisch, sofern gut vor diversen Schädlingen wie den berühmt berüchtigten Museumskäfern geschützt, Jahrhunderte überdauern.

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