Thema:  Die Edelsteinsammlung

Ambraser Smaragdstufe, Smaragd-Handstein

Al2Be3[Si6O18], hexagonales Kristallsystem
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Ambraser Smaragdstufe, Smaragd-Handstein (C3281): Foto: A. Schumacher, NHM Wien
Ambraser Smaragdstufe, Smaragd-Handstein (C3281): Foto: A. Schumacher, NHM Wien

Tatsächlich besteht das Stück aus mehreren kleinen Smaragdstufen und Kristallen, die aus verschiedenen kolumbianischen Smaragdminen (Muzo und Chivor) stammen. Viele bis 5 cm hohe und bis 3 cm dicke Smaragd-Säulen von ausgezeichnet schöner Farbe, welche mit Pyrit und Parisit auf Calcit aufgewachsen und mit Pech zu einer Schaustufe zusammengekittet sind. Das Objekt ist ein interessanter Beleg aus der frühen Zeit des Mineraliensammelns. Mit dieser renaissancezeitlichen Montage versuchte man vermutlich, die Natur zu übertreffen und die beste Smaragdstufe der Welt zu bauen. Es ist beachtlich, das diese hochqualitativen Smaragde nicht verschliffen worden sind, sondern als Kristalle in Matrix erhalten sind. Die Stufe sitzt in einem vergoldeten Kupferpostament mit teils getriebenen und teils ziselierten Ornamenten, über dessen Fertigung weiter nichts bekannt ist.

Datierung

1596

Fundort

Muzo > Chivor > Kolumbien

± 9600 km vom NHM entfernt

Kurator

Vera M. F. Hammer

Mineralogie-Petrographie

Abteilung / Sammlung

Mineralogie-Petrographie > Edelsteine

Sammlungseingang: Der sogenannte Handstein wird 1596 im Nachlassinventar der Originalsammlung des Erzherzog Ferdinand II von Tirol (1529-1595) auf Schloss Ambras, als "Schmaralmutter mit weißem Pürg“ erstmals erwähnt.

Inventarnummer

C3281

Saal / Vitrine

IV / rechte Tresorvitrine, linke Seite

Website Abteilung

NHM - Mineralogie-Petrographie

Website Sammlung

NHM - Sammlung Edelsteine

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Zusatzinformation

Bei der Rücktransferierung der Ambraser Sammlung im Jahr 1880 kam diese Prachtstufe zurück nach Innsbruck, wurde jedoch auf Anordnung des k. k. Obersthofmeisteramtes von der k. k. Residenzschlossverwaltung Innsbruck neuerlich nach Wien gesendet und 1881 dem mineralogischen Hofkabinett übergeben. Diese Smaragdstufe wurde einige Zeit fälschlich als "Montezuma-Smaragd" bezeichnet, da man sie für ein Geschenk des Aztekenkaisers Montezuma II hielt, der den Konquistador Hernando Cortés besänftigen wollte. Es gibt dafür keinerlei Belege.

Ein Gegenstück zu der Ambraser Smaragdstufe befindet sich im Grünen Gewölbe in Dresden. Es handelt sich um eine Smaragdstufe (Geschenk aus dem Jahr 1581 des Kaisers Rudolfs II. an Kurfürst August), mit 16 zum Teil sehr großen Smaragdkristallen in limonitischem Gestein aus Chivor. Zu Beginn des 18. Jhts. wurde die prächtige Mineralstufe von Balthasar Permoser (1651-1732) und Johann M. Dinglinger (1664-1731) in die die ca. 60 cm hohe Statuette "Mohr mit Smaragdstufe" integriert.

Zitate

Niedermayr, G. (1992): Die Mineraliensammlung des Grafen von Tirol aus Schloß Ambras. - Mineralien - Welt, 5, 48 - 52.

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