Thema:  Die Edelsteinsammlung

Opal, "Ungarischer Opal"

SiO2·nH2O, amorph
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Opal, "Ungarischer Opal" (Ay188): Foto: A. Schumacher, NHM Wien
Opal, Ungarischer Opal (Ay188): Foto: A. Schumacher, NHM Wien
Gemälde "Opalgruben bei Czerwenitza, Ungarn" von C. Hasch; Foto: A. Schumacher, NHM Wien
Gemälde Opalgruben bei Czerwenitza, Ungarn von C. Hasch; Foto: A. Schumacher, NHM Wien

Der Wiener Edelopal wiegt 594 Gramm und ist mit 13 x 7 x 7 cm der größte Edelopal, der je in Europa gefunden wurde. Er gilt als der wertvollste Edelstein der Wiener Sammlung.

Opale mit einem besonders intensiven Farbenspiel werden als Edelopale bezeichnet. Der Wiener Edelopal wurde angeblich von einem Feuersteinsucher im Bach Olsavka bei ?ervenica in der Slowakei gefunden.

In Cervenica befand sich zur Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie das einzige bekannte Edelopalvorkommen der Welt. Der Wert des Wiener Edelopals ist im Inventarbuch mit 70.000 Gulden beziffert, während der berühmte Edelsteinstrauß lediglich mit 15.000 Gulden vermerkt ist.

Ab 1845 waren die Opalminen vom Wiener Juwelier Salomon Johann Nepomuk Goldschmidt (1808-1855) gepachtet. Nach seinem Tod wurde der Betrieb noch einige Jahre von seiner Frau und dann von seinem Sohn weitergeführt. Man musste jedoch bald vom Tagebau zu dem wesentlich aufwendigeren Stollenbau überwechseln. Unter der Familie Goldschmidt erlebte der Opalabbau zwischen 1845 und 1880 eine wahre Hochblüte, man konnte jährlich bis zu 28.000 ct geschliffenen Opal auf den Markt bringen. Die Steine wurden sogar bei der Wiener Weltausstellung 1873 und bei der Weltausstellung in Philadelphia im Jahr 1876 der Öffentlichkeit präsentiert. Der Abfall der Schleiferei landete eines Tages im Wiener Donaukanal, was zu einem wahren "Opalrausch" in Wien führte. Die aus Opalen dieses Vorkommens wohl prächtigste Schmuckgarnitur ist "Der ungarische Opalschmuck", der von den Gebrüdern Egger gefertigt wurde, findet sich heute in der Wiener Schatzkammer. Prinzessin Stephanie von Belgien erhielt aus Anlass ihrer Vermählung mit dem Kronprinzen Erzherzog Rudolf 1881 die mehrteilige Schmuckgarnitur von der Stadt Budapest als Geschenk.

Der Abbau war zwischen 1922 und dem Beginn der 1990er Jahre eingestellt. Derzeit betreibt die Firma Opalove bane Dubnik a.s. den Abbau. Das Bergwerk ist noch immer in Betrieb, die Fundmengen sind aber bescheiden.

Datierung

ca. 1672

Fundort

Cervenica-Dubnik > Libanka-Simonka Gebirge > Slowakei

± 380 km vom NHM entfernt

Größe

13 x 7 x 7 cm

Kurator

Vera M. F. Hammer

Mineralogie-Petrographie

Abteilung / Sammlung

Mineralogie-Petrographie > Edelsteine

Sammlungseingang: seit ca. 1672 in der Kaiserlichen Schatzkammer in Wien

Inventarnummer

Ay188

Saal / Vitrine

IV / linke Tresorvitrine, linke Seite

Website Abteilung

NHM - Mineralogie-Petrographie

Website Sammlung

NHM - Sammlung Edelsteine

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Zusatzinformation

Ein Ölgemälde des Wiener Landschaftsmalers Carl Hasch (1834-1897), im Saal 2, zeigt die Opalgruben, die damals noch zu Ungarn gehörten. Man nimmt an, dass das Opalvorkommen bereits zur Keltenzeit bekannt war, da man auf dem Areal keltische Münzen gefunden hat.

Zitate

Weiterführende Literatur über Opale von Cervenica -Dubnik: Peter Semrad (2011): The Story of European Precious Opal from Dubnik.- Praha, p.216.

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