Thema:  Die Mineraliensammlung

Bleiberger Muschelmarmor, Tabatière

Muschelkalk - Muschelbrekzie mit Schalenresten der Ammoniten (Carnites floridus)
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Bleiberger Muschelmarmor, Tabatière (M2771): Foto: A. Schumacher, NHM Wien
Bleiberger Muschelmarmor, Tabatière (M2771): Foto: A. Schumacher, NHM Wien

Die rechteckige Dose mit abgeschrägten Ecken aus typischem "Bleiberger Muschelmarmor“ zeigt ein ungewöhnlich schönes, rot-grünes Farbenspiel. Dose und Deckel sind mit einer schmalen, ornamental gravierten, vergoldeten Messingleiste gefasst und über ein Scharnier verbunden. Die Dose hat die Maße 8.3 x 4.3 x 3.5 cm. Aufgrund dieses ungewöhnlichen und heute kaum bekannten österreichischen Schmuckgesteins, stellt das Objekt eine Rarität dar. Das Material war nach seiner Auffindung um 1780 für Schmuckzwecke und kunstgewerbliche Gegenstände sehr beliebt, so dass es verwundert, dass heute in den Museen nur wenige Objekte daraus zu finden sind.

Im Jahr 1793 berichtet uns der Kärntner Naturgelehrte Franz Xaver Freiherr von Wulfen (1728-1805) über den "kärnthenschen pfauenschweifigen Helmintholith“, dessen Vorkommen im mittleren Abschnitt des 1. Schieferhorizonts der Raibler Schichten auftritt.

Ein zweites Österreichisches Vorkommen von "Muschelmarmor“ innerhalb der Raibler Schichten wurde erst vor wenigen Jahren im Großen Gschniergraben in Tirol wiederentdeckt und damit die historischen Funde bestätigt.

Datierung

1990

Fundort

Oswaldi Stollen > Bleiberg > Kärnten > Österreich

± 270 km vom NHM entfernt

Größe

8.3 x 4.3 x 3.5 cm

Kurator

Vera M. F. Hammer

Mineralogie-Petrographie

Abteilung / Sammlung

Mineralogie-Petrographie > Mineralien

Sammlungseingang: 1990, im Dorotheum Wien ersteigert

Inventarnummer

M2771

Saal / Vitrine

IV / 107

Website Abteilung

NHM - Mineralogie-Petrographie

Website Sammlung

NHM - Sammlung Mineralien

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Zusatzinformation

Der farbige Schiller-Effekt von Perlmutt erklärt sich als Zusammenspiel von Beugung, Interferenz und Reflexion des weißen Lichts an dünnen Aragonit-Lagen, aus denen die Schalen von Mollusken und auch Perlen aufgebaut sind. Da der Farbeffekt auf einem physikalischen Phänomen beruht, blieb er auch durch die Fossilisation erhalten. Ein vergleichbares Material stammt aus Alberta in Kanada, von wo uns seit wenigen Jahrzehnten ganze Ammoniten mit prächtigem Farbspiel des Perlmutts bekannt sind. Das entsprechende Schmuckmaterial wird unter dem Namen "Ammolite“ im Handel angeboten. Auch davon gibt es in der Schausammlung einige hervorragende Beispiele.

Zitate

STRASSER, M. (2006): Ammolith – ein opalisierender Muschelmarmor aus dem Karwendelgebirge, Tirol.- Lapis 31 (11), 37-40.
NIEDERMAYR, G. (1989) Der Bleiberger "Muschelmarmor" — F. X. WULFENS "kärnthenscher pfauenschweifiger Helmintholith" Eine historische Betrachtung.- Carinthia II, 179/99, S. 47-57.
NIEDERMAYR, G. (1993) Die Dose aus Granat von der Saualpe in der Edelsteinsammlung des Naturhistorischen Museums in Wien.- Carinthia II, 183/103, S. 249-253.
NIEDERMAYR, G. (2004) Beitrag über einige kulturhistorisch interessante erdwissenschaftliche Objekte aus Kärnten.- Rudolfinum, S.439-445.

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