Thema:  Meteoriten >  Forschungsprojekt: "Akzessorien in Meteoriten“

Calcium-Phosphate

Träger inkompatibler Elemente in Meteoriten
Zusammengesetztes Rückstreuelektronen-Bild von einem Dünnschliff des Chelyabinsk Meteoriten – ein sogenannter gewöhnlicher Chondrit des Types LL5. Verschiedene Typen von Chondren (Schmelzkügelchen) in einer silikatischen Matrix aus Olivin, Pyroxen, Feldspat (in verschiedenen Grautönen), Eisen-Nickel-Metall und Sulfiden (in weiß) sind gut erkennbar. Das Vorkommen der akzessorisch vertretenen Minerale Chlor-Apatit (Cl-Ap) und Merrillit (Mer), ein weiteres Na- und Mg-führendes Calcium-Phosphat, sind im Bild markiert. Beispiele für je einen (Cl)-Apatit und Merrillit sind in ihrer Mineralparagenese im Detail gezeigt.; Foto: NHM Wien
Zusammengesetztes Rückstreuelektronen-Bild von einem Dünnschliff des Chelyabinsk Meteoriten – ein sogenannter gewöhnlicher Chondrit des Types LL5. Verschiedene Typen von Chondren (Schmelzkügelchen) in einer silikatischen Matrix aus Olivin, Pyroxen, Feldspat (in verschiedenen Grautönen), Eisen-Nickel-Metall und Sulfiden (in weiß) sind gut erkennbar. Das Vorkommen der akzessorisch vertretenen Minerale Chlor-Apatit (Cl-Ap) und Merrillit (Mer), ein weiteres Na- und Mg-führendes Calcium-Phosphat, sind im Bild markiert. Beispiele für je einen (Cl)-Apatit und Merrillit sind in ihrer Mineralparagenese im Detail gezeigt.; Foto: NHM Wien
Handgroßes Stück des Chelyabinsk Meteoriten, welches von einer frischen, schwarz glänzenden Schmelzkruste ummantelt ist. Das hellgraue Gestein des Meteoriten besteht vor allem aus den Silikaten Olivin, Pyroxen und Plagioklas (ein Feldspat-Vertreter) sowie metallischem Eisen. Als Nebengemengteile kommen neben Sulfiden und verschiedenen Oxiden auch Cl-Apatit und Merrillit vor.; Foto: NHM Wien
Handgroßes Stück des Chelyabinsk Meteoriten, welches von einer frischen, schwarz glänzenden Schmelzkruste ummantelt ist. Das hellgraue Gestein des Meteoriten besteht vor allem aus den Silikaten Olivin, Pyroxen und Plagioklas (ein Feldspat-Vertreter) sowie metallischem Eisen. Als Nebengemengteile kommen neben Sulfiden und verschiedenen Oxiden auch Cl-Apatit und Merrillit vor.; Foto: NHM Wien

Als weit verbreitete akzessorische Minerale, also solche, die nur in sehr geringen Gemengteilen von Gesteinen vorkommen, treten verschiedene Typen von Calcium-Phosphaten in einer Vielzahl von Meteoriten auf. Herauszuheben sind hier die am häufigsten vorkommenden Minerale Apatit und Merrillit. Diese beiden Minerale sind sowohl Träger einer großen Anzahl von radioaktiven (z.B. Uran und Thorium) und Seltenen Erd-Elementen (Lanthaniden) als auch von Halogenen (Fluor, Chlor, Brom, Iod), einer Gruppe der volatilen Elemente. Diese Elemente verhalten sich im geochemischen Sinne inkompatibel, d.h. sie werden nicht so einfach in die Kristallstrukturen eingebaut und reichern sich daher in den Restschmelzen an, in denen unter anderem auch die Phosphate kristallisieren. Daher können Apatit und Merrillit in Meteoriten nicht nur zur Beantwortung chronologischer Fragestellungen dienen. Sie geben ebenfalls Auskunft über die Konzentration, Verteilung und Entwicklung der leicht flüchtigen Elemente von der Entstehungszeit des Sonnensystems bis zur Bildung der festen Erde.

Kurator

Ludovic Ferrière

Mineralogie-Petrographie

Verfasser

Julia Walter-Roszjár

Abteilung / Sammlung

Mineralogie-Petrographie > Meteoriten

Inventarnummer

N9583, N9804

Saal / Vitrine

V / 85

Website Abteilung

NHM - Mineralogie-Petrographie

Website Sammlung

NHM - Sammlung Meteoriten

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Zusatzinformation

Die beiden wichtigsten Vertreter der Calcium-Phosphate in Meteorite sind Apatite mit der chemischen Formel Ca5(PO4)3(F,Cl,OH) und Merrillit, mit der chemischen Formel Ca9NaMg(PO4)7. Sie sind trotz der unterschiedlichen Bildungsbedingungen in fast allen Meteoritentypen vertreten. Allerdings sind ihre Größe, Häufigkeit und strukturell-chemischen Eigenschaften sehr vielfältig und von der jeweiligen Bildungs- und Entwicklungsgeschichte des Meteoriten und dessen ursprünglichen Mutterkörper - zumeist Asteroide - abhängig.

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