Thema:  Meteoriten >  Forschungsprojekt: "Akzessorien in Meteoriten“

Schreibersit

(Fe,Ni,Cr)3P, tetragonales Kristallsystem
Detailaufnahme von Schreibersiteinschlüssen in der Eisen-Nickel-Matrix des Glorieta Mountain Pallasiten (Inventarnr: D2160). Weitere Pallasitproben sind in Saal V, in den Pultvitrinen 94-96 zu sehen.; Foto: NHM Wien
Detailaufnahme von Schreibersiteinschlüssen in der Eisen-Nickel-Matrix des Glorieta Mountain Pallasiten (Inventarnr: D2160). Weitere Pallasitproben sind in Saal V, in den Pultvitrinen 94-96 zu sehen.; Foto: NHM Wien
Gesägtes Stück des Glorieta Mountain Pallasiten (Inventarnr: D2160). Hier sind die metallisch glänzenden Schreibersiteinschlüsse in der grauen Eisen-Nickel-Matrix gut zu erkennen. Maßstab in mm.; Foto: NHM Wien
Gesägtes Stück des Glorieta Mountain Pallasiten (Inventarnr: D2160). Hier sind die metallisch glänzenden Schreibersiteinschlüsse in der grauen Eisen-Nickel-Matrix gut zu erkennen. Maßstab in mm.; Foto: NHM Wien
Polierter Anschnitt des Canyon Diablo Eisenmeteoriten (Inventar: G8357), welcher beim Einschlag vor ca. 50.000 Jahren den Barringer-Meteoriten-Krater in Arizona (USA) mit einem Durchmesser von 1,19 km gebildet hat. In dem Anschnitt sind sowohl die Widmannstättenschen Figuren der Eisen-Nickel-Matrix, als auch verschiedene metallisch glänzende Mineraleinschlüsse wie Schreibersit, Troilit, Chromit und Cohenit zu sehen.; Foto: NHM Wien
Polierter Anschnitt des Canyon Diablo Eisenmeteoriten (Inventar: G8357), welcher beim Einschlag vor ca. 50.000 Jahren den Barringer-Meteoriten-Krater in Arizona (USA) mit einem Durchmesser von 1,19 km gebildet hat. In dem Anschnitt sind sowohl die Widmannstättenschen Figuren der Eisen-Nickel-Matrix, als auch verschiedene metallisch glänzende Mineraleinschlüsse wie Schreibersit, Troilit, Chromit und Cohenit zu sehen.; Foto: NHM Wien

Schreibersit, ein Eisen-Nickel-Phosphid mit der chemischen Formel (Fe,Ni,Cr)3P, ist ein metallisch glänzendes, silbrig- bis Zinn-weißes Mineral, welches sich unter reduzierten Bedingungen bildet (ohne frei verfügbarer Sauerstoff). Das Mineral tritt akzessorisch, also lediglich als Nebengemengteil und oft gemeinsam mit Troilit [FeS] und Cohenit [(Fe,Ni)3C] primär in Form von Einschlüssen in der metallischen Eisen-Nickel-Matrix von Eisenmeteoriten auf. Das Vorkommen ist aber nicht nur auf Eisenmeteoriten beschränkt. Schreibersit tritt ebenso in einzelnen Vertretern aus anderen Meteoritengruppen, vor allem in den sogenannten Pallasiten auf. Pallasite sind eine Gruppe von Stein-Eisen-Meteoriten die vor allem aus einer Eisen-Nickel-Matrix mit großen Kristallen von Olivin (ein Eisen-Magnesium-Silikat) zusammengesetzt sind. Es ist bekannt, dass Schreibersit bei der Ausbildung der sogenannten Widmannstättenschen Figuren und damit bei dem Abkühlen von metallischen Asteroidenkernen von Bedeutung ist.

Kurator

Ludovic Ferrière

Mineralogie-Petrographie

Verfasser

Julia Walter-Roszjár

Abteilung / Sammlung

Mineralogie-Petrographie > Meteoriten

Inventarnummer

G8357, D2160

Saal / Vitrine

V

Website Abteilung

NHM - Mineralogie-Petrographie

Website Sammlung

NHM - Sammlung Meteoriten

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Zusatzinformation

Das Mineral Schreibersit wurde nach Carl Franz Anton Ritter von Schreibers (1775-1852) benannt, welcher in der Zeit von 1806-1851 als Direktor der Wiener "Naturalienkabinette“ tätig war. Unter seiner Leitung begannen die ersten wissenschaftlichen Studien von Meteoriten in Wien, die Meteoritensammlung wurde um zahlreiche historisch wertvolle Proben erweitert, und die Sammlung wurde erstmals in einem eigenen Saal ausgestellt.

Neben dem häufigen Vorkommen von Schreibersit in Eisen- und Stein-Eisen-Meteoriten sind nur wenige irdische Vorkommen, wie z.B. in Fulguriten (durch Blitzeinschläge entstandene Gesteine) und den Basalten der Diskoinsel vor Grönland, bekannt.

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